Gedicht des Tages

Vania Simeonova - Die Tür (Gedicht des Tages am 29. September 2010)

Vania Simeonova

Die Tür

Eine Tür, auf die gebannt ich starre.
Die Zeit, bedeutungslos, bleibt stehen.
Ich will aufstehen, will sie öffnen,
Es fehlt die Kraft.
Zu schwach der Wille, klein der Geist.

Ein Leben, eine Sehnsucht!

Vania Simeonova, geb. am 11.02.1962 in Sofia, Bulgarien.
Abgeschlossenes Anglistikstudium an der Universität Sofia, Bulg. Mutter
von zwei Kindern. Lebt mit ihrer Familie seit 1990 in Deutschland, seit
2003 in Bonn.

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Olivier Theobald - Dein Rucksack ist schwerer (Gedicht des Tages am 26. September)

Dein Rucksack ist schwerer
als meiner, dafür ist meiner
altmodischer, was uns nicht hindert,
in der gleichen Hütte zu über-
nachten, zwei Verehrer
der Freiheit, einer
Idee, die sich nirgends vermindert,
egal welchen Höhen gegenüber –

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Manfred Schwab - Proletarischer Küchenzettel (Gedicht des Tages am 24. September 2010)

Proletarischer Küchenzettel

Montags

gabs bei uns immer
Ofenkartoffeln mit Quark
Ich liebe Ofenkartoffeln mit Quark
und meine erste Liebe
hieß Angela
Blond und dampfend
wie eine Ofenkartoffel
zerging sie auf der Zunge
wie frischer Sahnequark
Ofenkartoffeln mit Quark
war meines Leibes Speise
Nie kriegte ich davon
genug

Dienstags

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joachim schlichte - können lügen lügen (gedicht des Tages am 23. September)

können lügen lügen
oder
vom tod der mücken .

die digitalisierte rosette im giebel
eben doch keine kirchen fassade
gemeines volk glaubt dieses – jenes

alle sind wir drauf rein gefallen
wussten keine antwort
blieben rein

im greifen nach unseren mund tüchern
um sie zu er schlagen auf den torten
in uns auf der anderen straßenseite

mittenmang das giebelkreuz
am fenster

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J. Monika Walther - Wann soll es sein? (Gedicht des Tages am 22. September)

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Wann soll es sein?

Später soll es sein,
weil ich jetzt keine Zeit habe,
Geld, Pflicht, was du willst.
Wer liebt, geht verloren,
wechselt die Straßenseite,
verharrt im Wünsche aufsagen,
spricht ohne Stimme
Kinderreime.

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Wygodzki, Stanislaw - Das Fenster (Gedicht des Tages am 20. September)

DAS FENSTER

Irgendwo ein Haus, ein Fenster und dahinter
ein Vorhang, zitternd, halb herabgerissen,
ein Schatten auf der gegenüberliegenden Wand,
und tote, hartnäckige Stille.

Der Schatten aber wie der Vorhang schwankt,
vom Wind in nebliger Dämmerung bewegt,
und wartet in der Stille bis zum Morgen
meines ungeschriebenen Briefes.

Niemandes Hand, niemandes Mund,
den Vorhang rissen Fremde nieder.
Hartnäckige Stille, leere Stube
und sonst nichts mehr.

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Karin Flörsheim - Das Buch (Gedicht des Tages am 19. September)

Das Buch

Das Buch
Das Blatt
Flatternd
Im Wind
Schwanengleich
Segelnd
In die Wolken

Das Buch
Das Wort
Engelhaar
Streift die Zeilen
Mein Sein
In DEINEM Buch
In DEINEM Sein
Das Buch
Das Wort
Der Krieg
Immer und immer
Marschieren die Männer
Ohne das Wort Frieden

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