Allgemeine News

Gerhild Peters - Der Krieg

Der Krieg


Hier schläfst du diese Nacht;
da tobt der Krieg.
Ich webe mir ein Tuch,
auf dem ich lieg.

Ich sage nichts.
Das Wort weint, das ich such.
Sie haben uns die Angst,
ich habe dir ein Bett gemacht.

Du bangst. Im Traum
ein Zug deines Gesichts.
Die Unschuld schlägt die Augen auf.
Ich höre nichts.

Dahin sind wir gebracht!
Komm mit, mein Kleinster,
wachse, lauf!
Ich schenke dir die Welt
und einen Baum, den ich dir kauf!

Ach, schlaf! Ich webe leis.

Irene Ulrich-Leimbach - Selbsthilfe

Selbsthilfe


Draußen tobte ein Herbststurm. Der Wind schien die Bäume überwältigen zu wollen. Aber die hatten sich zu überwintern entschlossen und gaben ihre Blätter bereitwillig hin.
Ihr war kalt. Das leere Büro schien trostlos. Als sie eine der auf dem Schreibtisch gestapelten Akten aufschlug, war ihr, als verwandelten sich die raschelnden Geräusche des umgeblätterten Papiers in kleine, spitze Lustschreie.

Rudolf Schlabach - Weihnachten

Weihnachten

Mutter ist erschöpft von den Vorbereitungen:
Der Rummel in den Kaufhäusern während
Der stillen Zeit des Advents, die Strapaze,
Alle Geschenke für die Familie zusammenzukriegen,
Das lange Stehen beim Fleischer, beim Konditor
Und besonders in den Delikatesswarengeschäften.

Endlich ist es soweit. Der Baum ist geschmückt –
Das ist Vaters Beitrag zum Fest – die elektrischen
Kerzen sind eingeschaltet, Mutter fordert auf:
Tretet ein zur fröhlichen Feier ins Wohnzimmer!

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