Gedicht des Tages

Brigitte Spreitzer - Wohin fliehn wir nun mit unserm weißen Traum (Gedicht des Tages)

Wohin fliehn wir nun mit unserm weißen Traum
der eintreten will
in eine Welt in der wir da sind
der unberührt liegen will
im leisen Geflaum –
weißes Schmelzen auf fernen Wangen.

Weine um dich
wie du sein wirst wenn ich
dich hineingerissen habe
in ein Bild.
Weine um mich
wie ich sein werde wenn ich
mehr war als der Brennpunkt
des Unmöglichen.

Engel setzen über Grenzen, heilig.
Wir –

Taxonomy upgrade extras: 

Buch: 

Anniket Khatri - Elfenbeine in den Ohren (Jugendliche melden sich zu Wort)



Alle Menschen werden
zwei Elfenbeine
in ihren Ohren haben,
auf ihren Händen dicke Brüste.
Auf der Stirn wird ihnen
noch eine Nase wachsen,

Das Geschlecht wird
bei den Männern länger und
bei den Frauen flacher.
Die Beine werden kürzer.
Schließlich werden alle Menschen
behaart sein und sich
wie Affen entwickeln.
Sie werden von Tag zu Tag
kleiner werden und
ihr Rücken wird
wie ein Bogen sein.

Taxonomy upgrade extras: 

Bärbel Derhade - Im Rad der Zeit (Gedicht des Tages)


Wenden Ein Lesebuch für die Wesermarsch. Hrsg. von Dörte Spiekermann und Reinhard Rakow



 

Im Rad der Zeit nach Wegen suchen
Vision im Blick zum Horizont
Welch’ Ideale, Ziele, Wünsche
drängen Menschenkinder an die Front?

Wenn Obrigkeiten Träume stricken
für’s Völker-Marionettenspiel
und ideologische Verführer
die Massen hetzen auf ein Ziel.

Taxonomy upgrade extras: 

Karin Flörsheim - Meine Seele möchte wandern (Gedicht des Tages)

Meine Seele möchte wandern

Aus dem Radio
Violinenklänge
Schon am Morgen
Meine Seele
Möchte wandern

In der Zeitung
Zu den Klängen
Von Chopin
Eine Milliarde
Menschen hungern

Mein Traumblick
Wird Todesmaske
Schwarzrot
Unfassbar
Diese Zahl

Meine Seele
Möchte wandern
Doch wird gebunden
In das Elend
Dieser Welt

Taxonomy upgrade extras: 

Buch: 

Gülay Caglayan - Brot und Wasser (Gedicht des Tages)

Verwunde mich nicht mit deinen Waffen
Bin ohnehin ohne Schild
Nehme sie auf mich meine Schuld
Doch sah ich sie zu spät
Man erntet eben was man sät

Einen Mangel an Liebe, kann man nicht durch Bestreben beheben
Manchmal braucht man eben nicht reden
Das Herz kennt die Sprache, die man spricht
Auch, wenn es weh tut und sticht

Ist der Schmerz doch ein bittersüßer
Leben braucht aber mehr als nur Brot&Wasser
Die Erinnerungen sind Fluch oder Heil
Und die Wunden werden nicht durch die Zeit geheilt

Taxonomy upgrade extras: 

Seiten