Gedicht des Tages

Ursula Fricke: Der Clown (Gedicht des Tages)

In Erinnerung an unsere verstorbene Autorin Ursula Fricke ihr Gedicht: Der Clown


 

DER CLOWN

Einmal muss die Welt sich drehn –
ich wär’ ein Clown … ja, das wär’ schön!
Und weil die immer lustig sind,
wär’ auch ich ein fröhlich Kind:

hüpfen, springen und auch lachen,
wirklich dummes Zeug mal machen,
und kein großer Bruder haut,
keiner schreit: „Sei nicht so laut!“

Keiner boxt mir in den Magen,
ich kann das so schlecht vertragen,
wenn es auch nicht so gemeint,
manchmal hab’ ich schon geweint!

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Melanie Michels: Reste (Gedicht des Tages)

Reste

Du hast
das Messer
in meinem Rücken
vergessen
Und dein Bild
in meinen Augen
Du hast
kein Bild von mir
Du hast
deine Schritte
in meinem Ohr
vergessen
Und immer noch
schmecke ich
den fahlen Geschmack
von Lügen
diese
schönen
Worte
Hätte ich sie nur gehört
aber du warst ja hier

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Autor: 

Buch: 

Wolfgang Bullerdiek - Was nun (Gedicht des Tages)

 

 

Man sagte mir

Man sagte mir:

Mit der Sünde kommst du
nicht ins Paradies;
dort sind nur die Reinen
und die –
die verzichtet haben.

Man sagte mir:

Das mit der Überwindung,
es ist Schwindel,
damit die, die oben sind,
besser fressen und herrschen
können.
Und es gibt überhaupt kein
Paradies!
Es gibt nur dies eine Leben,
das bald vorbei ist.

Und ich fand:

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Herbert Mannel - Jeder küsst nur seinen Schatten (Gedicht des Tages)

Ein stilles Leben,
farbloses stilles Leben.
Sonne scheint ausgelöscht,
Schatten durchwandern den Raum.

Da sitzen wir
und trinken den blutigen Kaffee,
schwarz muss er sein, schön schwarz.
Eingesperrt in unserer Welt, schauen wir
nicht mal mehr aus dem Fenster,
schauen lieber den Porno im TV.

Dein Jammern überall,
doch das Rauschen des Meeres
hörst du nicht
in diesem Überlebensspiel
mit gefühllosen Akteuren.
Der Käfig unseres Lebens.

Alle auf der Suche.
Niemand weiß genau,

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Autor: 

Buch: 

Ulrike Kleinert - Nur einmal (Gedicht des Tages)

Nur einmal

In der Neige des Sommers
dieser Duft
der feuchten Erde
dieses Licht
direkt auf den Blättern
diese langen Schatten
auf den Wegen
diese Forsythie
die blüht als
hätte sie sich
in der Jahreszeit geirrt
diese grüne Erdbeere
die unreif vergeht

Nur einmal
werde ich hier sein
so oft ich
wiederkomme

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Buch: 

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