Gedicht des Tages

Ulrike Kleinert - Die Gespenster (Gedicht des Tages)



Die Gespenster

 
Die Gespenster spielen auf,
ihre braunen Jacken
haben sie ausgezogen
und mit T-Shirts vertauscht.
Sie fahren keine Panzer
sondern auf der Datenautobahn,
ihre Aufmärsche zu zweit oder fünft
finden mehr am Biertisch
als in den Straßen statt.
Ihr Lachen zwischen den Zähnen
schimmert perlweiß

 
Sie heban das Gesicht
von Söhnen, Brüdern, Freunden,
Ehemännern

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Elisabeth Lichter - Spuren (Gedicht des Tages)

 

Spuren

Spuren wenn man sie sucht
das Geheimnis der Welt
eine Silbe das Wort

mit Hoffen und Fürchten beschwert
von dem Gang der Zeiten auf weißer Wand
das Wort am Ende des Gastmahls

Wie im Nachtflug die erleuchtete
Stadt taucht auf entschwindet
wieder das Licht in der Dunkelheit

Mehr kommt uns nicht zu
so schwach unsere Augen

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Aribert E. - So sieht der Sommer aus (Gedicht des Tages)

Aribert E.

so sieht der sommer aus

wie die ertragbarkeit der beginnenden nacht
wie die schwüle um die betten
wie der ruf der kühle früh am morgen
wie eiscreme
und alle drinks der welt

so sieht der sommer aus

wie fahrräder und hügelland
wie weiter felder flur
wie bier in trachtengärten
wie das wimmeln vor cafés
und der duft vollbrachten blühens

so sieht der sommer aus

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Buch: 

Stanislaw Wygodzki - Statistik (Gedicht des Tages)

STATISTIK

Auch dich vermerken Statistiken karg
in der Zahl der Vermißten.
– Vor mir Diagramme, Ziffern und Listen.
Ich seh’ einen Sarg.

In Millionen von Kindern, des Lebens beraubt,
auch du einbezogen.
– Und nachts mein Schatten, schwarz und verbogen
mit hängendem Haupt.

Gezählt auch du in der Summe der Qualen
durch Krieg und Brand.
– Ein fahriger Schatten, steh ich gebannt,
vereist über Zahlen.

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