Gedicht des Tages

Herbert Mannel - Ein stilles Spiel (Gedicht des Tages)

 

Ein stilles Leben,
farbloses stilles Leben.
Sonne scheint ausgelöscht,
Schatten durchwandern den Raum.

Da sitzen wir
und trinken den blutigen Kaffee,
schwarz muss er sein, schön schwarz.
Eingesperrt in unserer Welt, schauen wir
nicht mal mehr aus dem Fenster,
schauen lieber den Porno im TV.

Dein Jammern überall,
doch das Rauschen des Meeres
hörst du nicht
in diesem Überlebensspiel
mit gefühllosen Akteuren.
Der Käfig unseres Lebens.

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Marianne Pumb - Ausgegangen (Gedicht des Tages)



 

Ausgegangen

Ich möchte ausgegangen werden
Doch wohin
Wie wird das sein dort oben
Oder nichts

Mein Leib mein Leben
Will ertötet werden
Doch ach beileibe nicht
Ich will leibhaftig sein

Und bin ich auch beleibt
Leibeigen noch dazu
Von meiner Kümmernis  
Ich möchte Ruhe finden

Möcht rastend mich erquicken
Trübseligkeit leb’ wohl
Und Not um mich herum
Lebt ab, lasst mich allein

Ich will lebendig sein

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Rudolf Schlabach - Jetzt (Gedicht des Tages)

JETZT


Ehemals hatte ich’s
schwer mit der Frage
nach Sinn. Mein ganzes
Leben hindurch blieb
sie mir wie ein Verhängnis.

Nun aber, nur noch
langsamen Schrittes,
genügt es mir schon,
ja ist es Glück mir,
zu gehen etwa
am Bach entlang
den alten Weg.

Der lautlose Himmel
ist nebelgrau. Der Herbst
zaubert Farbe ins Laub.
Die welken Blätter
unter meinen Füßen
rascheln und sind
wie ein Teppich weich.

Bald werden sie modern.


Ich höre das sanfte

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Brigitte Spreitzer - Draußen ziehn vorüber (Gedicht des Tages)

Draußen ziehn vorüber
Menschen
Zeitknoten
Ich schnür sie nicht auf
Unserland zeitlos
gleitet durch die Lande
Ich wähle ein wenig
Blau ein wenig Purpur
Gold

lass sinken
lass sinken

In einer Geste einem
Anklang einem Vogelruf
berührst du mich

Ich bring dir die Antwort heim.

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Narges Shafeghati - wartend suchen (Jugendliche melden sich zu Wort)

Download: Audio icon Shafeghati.mp3

Pfade ins Revier - Pfade im Revier

wartend suchen

Noch gibt es den Raum,
gibt es die Zeit,
klein und beschränkt
und dennoch voller Weite.

Tag für Tag,
Augenblick für Augenblick,
warten wir alle nur auf eines.

Wann ist es endlich soweit?
Der Tag, an dem alles
in der schützenden Hand liegt,
sicher und ruhig,

in der liebenden, guten Hand,
die sanft streichelnd
alle Dunkelheit vertreibt.

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Doris Egger - Der Spatz (Gedicht des Tages)

der spatz

den vögeln zusehen wie sie
sich sammeln
untrüglich vom instinkt
geleitet

einen spatz beobachten
der sich ängstlich in eine
hausecke zurückgezogen hat
zu schwach
um mit den schwalben
in wärmere regionen ziehen zu können
spüren dass er nicht zu den
auserwählten gehört

mit dem spatz kommunizieren
mit telepathischen fähigkeiten
seine eingeweide zerlegen
und daraus
gleich den alten römern
das eigene schicksal
herauslesen

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Gerhard Rombach - Globale Fürsorge (Gedicht des Tages)

Globale Fürsorge

 

Früher wenn es regnete und

stürmte sagten wir:

gut, dass wir das Auto haben

 

Heute macht sich jeder

Gedanken über die globale

Erwärmung und sagt:

gut, dass wir nur zwei Autos haben

 

Die Fürsorge um unsere Erde

ist überwältigend und global

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